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F&B-CONTROLLING
Ein Leitfaden von Urs Schaffer, Basel
“Jede Arbeit ist ein
Selbstporträt, von Ihnen selber signiert.“ Dr. Reinhard
K. Sprenger
1. EINLEITUNG
In jedem Betrieb hat das Management die Aufgabe, das beste
Ergebnis mit den verfügbaren Mitteln zu erarbeiten. Der Betrieb
muss wettbewerbsfähig sein und sich am Markt behaupten. Die
steigenden Kosten in unserer Branche zwingt den Unternehmer dazu
die Betriebsabläufe zu optimieren, die vorhandenen Ressourcen
optimal einzusetzen und den Betrieb permanent auf Optimierungen
zu hinterfragen. Gerade hier kann das F&B Controlling schnelle
und nachhaltige Wirkung erzielen. Als oberster Grundsatz gilt
dabei immer: „So viel wie nötig, so wenig als möglich“
Leider hat das FBC in unsere
Branche nicht den ihm zustehenden Stellenwert. Oft wird es als
notwendiges Übel betrachtet und man vergisst oft was das FBC
eigentlich bedeutet. Es lohnt sich also dieser wichtigen Aufgabe
die Ihr zustehende Aufmerksamkeit zu widmen und ihr den nötigen
Stellenwert zu verschaffen. Ich wünsche Ihnen bei Ihrer Arbeit
viel Erfolg! Denken Sie daran Erfolg ist das was folgt – wenn
man etwas tut! Basel, im Januar 2004 Urs Schaffer
2. GRUNDLAGEN
2.1 Die Vision
Damit ein Betrieb erfolgreich sein kann braucht er eine Vision.
Die Vision ist das Idealbild des Unternehmens das es zu
erstreben gilt. Es ist sehr wichtig, dass das Management in der
Lage ist dieses Bild zu entwickeln und im Bewusstsein der
Mitarbeiter am Leben zu erhalten.
2.2 Das Leitbild
Ein Leitbild ist nichts anderes wie die zu Papier gewordene
Vision. In ihm sind die ethischen Grundlagen des Tuns und die
inhaltlichen des Seins festgehalten. Der Betrieb wird dadurch
greifbar und begreifbar für Kunden und Mitarbeiter. Das Leitbild
ist das wichtigste Instrument eines Unternehmens. Es
verpflichtet zu einer permanenten Reflexion und Zielbestimmung
der Tätigkeit. Speziell im F&B Controlling, das oft dezentral
organisiert ist, ist ein Leitbild enorm wichtig. Gerade weil das
FBC mit großen Beträgen arbeitet sind die Normen und
Wertvorstellungen dazu von grundlegender Bedeutung. Wenn Sie ein
betriebliches Leitbild haben müssen Sie auf dieser Basis ein
Leitbild für das FBC erarbeiten.
2.3 Die drei goldenen
Erfolgsregeln
2.3.1 Die Pareto-Regel
Der italienische Volkswirt und Soziologe Vilfredo Pareto war
Professor für politische Ökonomie an der Universität in Lausanne
und lebte von 1828 bis 1923. Er hatte herausgefunden, dass 20%
der Aktivitäten für 80% der Resultate verantwortlich sind. Oder
anders formuliert heißt das, dass man mit wenig Aufwand
überdurchschnittliche Resultate erzielen kann. Die Pareto Regel
ist speziell im FBC von großer Bedeutung. Sie werden in diesem
Leitfaden immer wieder auf die Pareto Regel stoßen und so
verstehen wie es gemeint ist.
Wir empfehlen Ihnen zu diesem
Thema das Buch: „Das 80 zu 20 Prinzip“ von Richard Koch,
erschienen im Campus Verlag (ISBN 3-593-36022-5).
2.3.2 Die Regel "KISS"
KISS bedeutet „Keep it simple and stupid“ oder auf Deutsch
gesagt, tun Sie die Dinge die Sie tun so einfach wie es
irgendwie geht. Haben Sie zwei Möglichkeiten ein Problem zu
lösen, sollten Sie aus Prinzip immer die einfachere Möglichkeit
wählen. Sie werden mit Sicherheit besser fahren! Es gibt fast
kein Fachgebiet wie das F&B Controlling wo diese Regel von so
grosser Bedeutung ist. Mit der Regel KISS lässt sich enorm viel
Zeit und damit Geld einsparen.
2.3.3 Der Mensch muss der
Organisation dienen
Sie müssen Ihre F&B Controlling als Struktur anlegen. Das
bedeutet, dass Sie personenunabhängig sein muss. Und genau das
wird in der Praxis oft nicht gemacht. Personenorientierte
Organisationen kollabieren immer beim Wegfall dieser Person und
das ist im Kontrollbereich sehr verhängnisvoll, weil dann die
Kontinuität in diesem Schlüsselgebiet nicht mehr gewährleistet
ist.
ERFOLGSTIPPS:
1. Verinnerlichen Sie die Vision Ihres Betriebes.
2. Erstellen Sie ein Leitbild für das F&B Controlling,
basierend auf dem betrieblichen Leitbild.
3. Tun Sie immer die Dinge zuerst mit denen Sie die
größten Resultate erzielen.
4. Tun Sie was Sie tun immer so einfach wie möglich.
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3. AUFGABEN UND ORGANISATION
3.1 Entstehung des F&B-Controlling
Das Food and Beverage Controlling (FBC) wurde um 1900, als in
Amerika die ersten großen Hotels eröffnet wurden, geschaffen. Es
zeigte sich in der Praxis schnell, dass bei komplexen Betrieben
die buchhalterische Kontrolle alleine nicht genügte.
Die Controller besitzen zwar die
Zahlenkompetenz haben aber von der praktischen Seite, im
speziellen der Warenflüsse, keine fundierte Ahnung. Die F&B
Manager auf der anderen Seite besitzen zwar die Fachkenntnisse,
haben aber meistens keine vertieften Kenntnisse vom Controlling.
So lag es auf der Hand eine spezielle Organisation aufzubauen
die diese Lücke schloss und damit wurde das F&B Controlling
geboren. Das FBC ist sicher
eine der interessantesten Abteilungen innerhalb eines Betriebes.
Der Mix von Praxis und Betriebswirtschaft ist in keiner anderen
Abteilung derart eng verflochten. Für zukünftige Top-Positionen
in der Hotellerie und Gastronomie ist das FBC die beste Schule
die man sich vorstellen kann.
3.2 Organisationsformen
3.2.1 Einleitung
Wenn man vom FBC spricht, muss man sich bewusst sein, dass man
von einem sehr breiten Spektrum spricht. Es ist absolut möglich
einen Betrieb mit mehreren Restaurants, Bars, Discos,
Banketträumlichkeiten, Produktions- und Fertigungsküchen usw.
lückenlos zu kontrollieren. Die Frage stellt sich immer nach dem
Aufwand und dem Ertrag. Die Kontrolle darf ja niemals mehr
kosten, als sie einsparen hilft!
Es ist somit in der Praxis immer
sorgfältig abzuwägen, was wünschenswert und was sinnvoll ist.
Außerdem ist strikt immer das zu tun womit man die größten
Resultate erzielen kann (Pareto Regel). Das FBC muss als
Dienstleistungserbringer gesehen werden und darf nicht zum
Selbstzweck mutieren.
3.2.2 Der Unterschied zwischen
Effizienz und Effektivität
In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig den Unterschied von
Effizienz und Effektivität zu kennen.
> Effizienz bedeutet die
Dinge (die man tut) RICHTIG zu tun.
> Effektivität hingegen bedeutet die RICHTIGEN Dinge zu
tun. Das ist ein großer
Unterschied. Effizienz bezieht sich immer auf das Tagesgeschäft
und da geht es natürlich darum, das was man tun effizient,
professionell und korrekt zu erledigen. Wichtiger jedoch ist es
effektiv zu arbeiten. Das bedeutet permanent die Dinge zu tun
die in der Zukunft die besten und größten Resultate erbringen
werden. Im Kontrollbereich bedeutet das, dass man permanent die
Strategien hinterfragt und anpasst. Die Sicht muss immer auf
langfristigen Ergebnissen liegen.
3.3 Aufbau- und
Ablauforganisation
3.3.1 Die Aufbauorganisation
Die Aufbauorganisation beschäftigt sich mit den Strukturen in
einem Unternehmen. Diese sind im Kontrollbereich von
grundlegender Bedeutung. Bevor ein FBC aufgebaut werden kann
müssen die nötigen Strukturen dazu geschaffen werden.
Folgende Punkte sind dazu von
größter Wichtigkeit:
> Einkaufsorganisation und Lagerhaltung
> Warenannahme
> Lagerbewirtschaftung und Inventurwesen
> Organisation des Belegflusses
Obige Strukturen müssen
geschaffen werden, erst dann kann mit dem Aufbau des
eigentlichen FBC begonnen werden.
3.3.2 Die Ablauforganisation
Nachdem die Strukturen stehen gilt es sich mit den Prozessen
auseinander zu setzen und das ist die Aufgabe der
Ablauforganisation. Hier gilt es nun, nach Prioritäten die
entsprechenden Hilfsmittel in das System „einzufädeln“.
Die wichtigsten Elemente der
Ablauforganisation sind:
> Daily Food Cost (DFCC)
> Sales Mix Berechnungen
> Stockkontrollen
> Interner Warenverkehr
> Angebotsanalysen In der
Ablauforganisation gilt es immer die Dinge zuerst zu tun die
viel Wirkung erzielen. Erfahrungsgemäß ist der Food-Anteil in
einem Restaurant um die 65-70% vom Umsatz. Das bedeutet
natürlich, dass man hier sofort einen Schwerpunkt setzt und die
Daily Food Cost einführt. Mit einem einzigen Hilfsmittel haben
Sie mit minimalem Aufwand bereits 65-70% sämtlicher Kosten im
Griff!
3.4 Unterstellungsverhältnis
Da der F&B Controller zu zwei Bereichen, nämlich zur Buchhaltung
und zum F&B Manager, sehr engen Kontakt pflegen muss, ist die
Unterstellungsfrage nicht sehr einfach zu lösen. Der F&B
Controller arbeitet naturgemäß sehr eng mit dem F&B Manager
zusammen und ist ein sehr wichtiger Mann für ihn. Wird der F&B
Controller dem F&B Manager unterstellt können jedoch große
Interessenkonflikte auftreten. Denken Sie in dem Bereich zum
Beispiel an Umbuchungen, welche ja die Renditen unmittelbar
beeinflussen.
Ich würde sehr empfehlen den F&B
Controller direkt der Buchhaltung zu unterstellen. Einige
Betriebe haben das Problem mit einer Doppelunterstellung zu
lösen versucht. Fachtechnisch ist er dem F&B Manager und
Führungstechnisch der Buchhaltung unterstellt. Das bringt aber
mehr Probleme als es löst, ich würde davon absehen.
ERFOLGSTIPPS
1. Der oberste Grundsatz im FBC lautet: So viel wie
nötig, so wenig wie möglich.
2. Arbeiten Sie im Tagesgeschäft immer effizient und in
der strategischen Planung immer effektiv.
3. Bevor Sie ein FBC aufbauen schaffen Sie zuerst die
nötigen Strukturen (Aufbauorganisation).
4. Setzen Sie immer die Instrumente ein, die sofort
einen großen Bereich abdecken.
5. Vermeiden Sie eine Überorganisation.
6. Unterstellen Sie den F&B Controller der Buchhaltung
oder Direktion. |
4. WARENANNAHME
4.1 Qualitätskontrollen
Der erste Schritt zu einem guten Controlling beginnt bei der
Warenannahme. Als erstes, das heißt bevor der Lieferschein
überhaupt kontrolliert wird, erfolgt eine visuelle
Qualitätskontrolle.
> Stimmt die Qualität?
> Die Temperatur?
> Das Aussehen?
> Der Geruch?
> Die Beschaffenheit?
> Ist die Verpackung in Ordnung?
Ich empfehle Ihnen für den
Foodbereich jeweils den Küchenchef hinzuziehen. Keinesfalls darf
geduldet werden, dass die Lieferanten einfach die Ware an der
Türe deponieren wie man das oft sieht. Auch empfehle ich Ihnen
feste Zeiten für die Warenannahme verbindlich festzulegen und
keine Waren außerhalb diesen Zeiten anzunehmen. Wird Ware
zurückgewiesen muss das unbedingt auf dem Lieferschein vermerkt
und durch den Lieferanten unterzeichnet werden.
4.2 Lieferschein –
Warenkontrolle
Ist die visuelle Kontrolle erfolgt wird in einem zweiten Schritt
die gelieferte Ware mit dem Lieferschein abgeglichen. Hier ist
zählen und wägen gefragt! Bei Portionierten Artikeln zögern Sie
auch nicht einzelne Stichproben zu nehmen und zu schauen ob die
Portionengewichte stimmen. Die kontrollierten Posten müssen auf
dem Lieferschein unbedingt abgehackt werden.
4.3 Wareneingangsstempel
Nun wird der Lieferschein mit dem Wareneingansstempel versehen
und bis zur Rechnungskontrolle abgelegt.
Der Wareneingangsstempel umfasst
folgende Punkte:
> Datum:
> Kontrolliert durch:
> Bemerkung:
> Unterschrift: Die
Buchhaltung darf keine Rechnungen bearbeiten ohne einen
entsprechenden Lieferschein der mit dem Wareneingangsstempel
versehen ist.
4.4 Lieferantenkonten
In großen Betrieben empfiehlt es sich pro Lieferant ein
Lieferantenkonto zu führen in dem sämtliche Lieferscheine mit
Datum und Betrag erfasst wird. Dies vereinfacht die Arbeit der
Buchhaltung und ist eine gute Doppelkontrolle.
ERFOLGSTIPPS
1. Führen Sie bei der Warenannahme immer zuerst eine
visuelle Kontrolle durch.
2. Zählen oder wägen Sie jeden einzelnen Artikel.
3. Bei portionierten Produkten machen Sie Stichproben
und kontrollieren Sie ob das Gewicht pro Portion stimmt.
4. Hacken Sie alle kontrollierten Artikel auf dem
Lieferschein ab.
5. Versehen Sie den Lieferschein mit dem
Wareneingansstempel. |
5. EINKAUF
5.1 Einleitung
Der Einkauf ist eine der wichtigsten Schnittstellen für den FBC.
Hier ist es von zentraler Bedeutung, dass Hand in Hand
gearbeitet wird und ein gegenseitiges Verständnis über das
jeweilige Aufgabengebiet des Anderen vorhanden ist. Es empfiehlt
sich für beide Seiten jeweils einige Tage beim Kollegen zu
schnuppern um gegenseitig zu sehen wie die Aufgaben des Anderen
strukturiert sind. 5.2
Lagerhaltung
Eine tadellose Lagerorganisation ist das A und O jeglichen
Controllings. Die Lager müssen sauber und übersichtlich
eingeräumt werden. Die Lager sind geschlossen zu halten und für
die Warenausgabe müssen verbindliche Öffnungszeiten festgelegt
werden. Dies gilt speziell auch für Betriebe, welche über keinen
festen Einkäufer verfügen. Es muss in diesem Fall unbedingt
vermieden werden, dass das Lager zu einem
„Selbstbedienungsladen“ verkommt.
Gelieferte Ware muss immer sofort
verräumt werden und darf nicht unnötig herumstehen. Vom
Management ist verbindlich festzulegen wie oft das Lager
umgeschlagen werden muss.
Es empfiehlt sich folgende
Richtwerte anzustreben:
> Food 3.0 x im Monat 36.0 x im Jahr
> Beverage 0.4 X im Monat 4.8 x im Jahr
Die Rechenformeln zur Berechnung
des Lagerumschlages finden Sie unter Diverses.
5.3 Lagerkartei
Bei mittelgroßen und großen Betrieben empfiehlt es sich für
jeden Artikel eine Karteikarte (Papier oder auf PC) zu führen,
worin alle Wareneingänge und Warenausgaben lückenlos erfasst
werden. Dies gilt sowohl für Food, Beverage, Papierwaren und
Reinigungsmaterial. Auf der Karteikarte sind selbstverständlich
sämtliche Daten wie Lieferant, Preis, Konditionen, Minimum- und
Maximumstock etc. aufgeführt.
5.4 Warenausgabe
Es ist von grundlegender Bedeutung, dass nur Waren bezogen
werden können, wenn eine schriftliche Bestellung
(Storerequisition) vorliegt. Dieses Hilfsmittel hat folgende
drei Funktionen:
> Es dient zur Führung der Daily Food Cost Kontrolle.
> Es dient zur Führung der Lagerkartei des FBC (nur in
Großbetrieben sinnvoll).
> Es dient zur Führung der Lagerkartei des Einkaufs.
Im Küchenbereich kann mit einer
so genannten Marktliste gearbeitet werden. Auf diesem Formular
sind sämtliche gängigen Küchenartikel aufgeführt und die Küche
kann nur noch die Menge eintragen. Die gleiche Liste kann dem
Küchenchef auch als Checkliste für seine Lieferantenbestellungen
dienen.
5.5 Inventurwesen
Inventuren müssen unbedingt monatlich durchgeführt werden. Der
FBC ist verantwortlich für die Organisation, die Durchführung
und die Berechnung der Inventuren. Es empfiehlt sich sehr die
Inventuren mit dem jeweiligen Bereichsleiter (Küchenchef,
Einkäufer etc.) zusammen aufzunehmen. In Grossbetrieben werden
während der Aufnahme jeweils die Bestände mit den beiden
Lagerkarteien (Einkauf/FBC) verglichen und bei Abweichung sofort
nach der Ursache geforscht. Die Inventare müssen sofort
berechnet werden und umgehend einer Plausibilitätskontrolle
unterzogen werden, bevor sie an die Buchhaltung weiter geleitet
werden.
5.6 Interner Warenverkehr
In diesem Bereich unterscheiden wir zwei Arten von internem
Warenverkehr. Diese sind:
> Normale Bezüge die ein Betriebsteil bei einem anderen macht.
Beispiel: Die Bar bezieht von der Küche Früchte für die
Mixgetränke.
> Notbezüge die ein Betriebsteil bei einem anderen macht.
Beispiel: Der Bar geht der Gordens Gin aus und der Barmen
bezieht eine Flasche bei der Disco (sog. Inter Bar Transfers).
Diese Warenverschiebungen müssen
unbedingt schriftlich festgehalten werden, damit das FBC die
nötigen Umbuchungen vornehmen kann.
ERFOLGSTIPPS
1. Pflegen Sie eine enge Zusammenarbeit mit dem Einkauf.
2. Legen Sie verbindliche Zeiten für die Warenausgabe
fest. Halten Sie die Lager immer geschlossen.
3. Streben Sie einen möglichst hohen Lagerumschlag an (
Food 3 x im Monat / Beverage 0.4 x im Monat).
4. Führen Sie eine Lagerkartei.
5. Ware darf nur gegen eine Storerequisition ausgegeben
werden.
6. Führen Sie monatliche Inventuren durch.
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6. KONTROLLEN
6.1 Stockkontrollen
Die einfachste Art Getränke zu kontrollieren sind die so
genannten Stockkontrollen. Die Outlets bekommen eine bestimmte
Menge an Lager. Nach dem Service wird die restliche Menge
gezählt und mit der Artikelstatistik der Registrierkasse
verglichen. Die fehlende Menge muss mit den getippten Verkäufen
übereinstimmen. Ist das nicht der Fall, ist Ware ohne zu tippen
abgegeben worden und muss von den Servicemitarbeitern
nachgetippt werde.
Das gleiche System kann auch mit
Flüssigkeiten angewendet werden, wie z.B. Offenwein, Bier und
ähnliches. Bei den Spirituosen ist es am einfachsten, wenn die
Outlets auch einen Stock haben und zum Nachbestellen die
entsprechende Menge Bons abgeben müssen. Das heißt, dass der
Stock immer vorhanden ist entweder in Form des entsprechenden
Artikels oder in Form von Bons. Achten Sie immer auf den
Grundsatz: KEINE WARE OHNE BON!
Dieser Grundsatz gilt
selbstverständlich auch für die Direktion, das Management und
das Kader! 6.2 Daily
Food Cost Kontrolle
Im Kontrollbereich muss immer da kontrolliert werden wo das
meiste Geld verloren gehen kann. In unserem Fall ist das die
Küche. In der Küche finden verschiedene Arbeitschritte statt die
das Produkt verändern. Rohprodukte werden zu Zwischenprodukten
und diese wiederum zu Fertigprodukten. Bei jedem dieser Schritte
ist die Gefahr von Verlust gegeben. Zudem arbeitet die Küche mit
verderblichen Materialien, welche auch potentielle Verluste
verursachen können.
Es zeigte sich in der Praxis,
dass die buchhalterischen Kontrollen hier nicht reichen und das
hat mit der Zeitspanne zu tun, welche die Buchhaltung benötigt
um die Renditen zu berechnen. Man hat also ein System
entwickelt, dass diese Kontrollspanne auf 24 Stunden verkürzt.
Mit der täglichen Wareneinsatzkontrolle (Daily Food Cost
Controll / DFCC) liegt ein Instrument vor das höchst präzise die
tägliche Küchenrendite berechnen kann. Der genaue Aufbau ist in
meinem Buch „Profitables F&B Management“ auf Seite 32 und
folgende beschrieben. Als Absolvent des Seminars F&B Kontrolle
erhalten Sie dieses Buch gratis alle anderen Interessenten
können es unter
www.schaffer-consulting.ch
bestellen.
6.3 Sales-Mix
Die Rendite, welche Sie erzielen, ist unmittelbar davon abhängig
wie sich die Kundennachfrage verhält. Ist die Nachfrage nach
Gerichten mit einer hohen Bruttorendite („Gewinner“) hoch, wird
die Rendite steigen. Ist die Nachfrage nach Artikeln mit einer
tiefen Bruttorendite („Renner“) hoch wird die Rendite sinken.
Wie dieser Sales-Mix ausgerechnet wird entnehmen Sie ebenfalls
meinem Buch (Seite 30 und folgende).
Die Basis des Food & Beverage
Controllings ist immer der Vergleich effektive Rendite
(Buchhaltung/Daily Food) mit dem Sales-Mix. Es ist im Grunde
genommen nichts anderes als einen SOLL/IST-Vergleich. Der
Soll-Wert ist die Buchhaltung bzw. die Daily Food, der Ist-Wert
ist der Sales Mix. Sind hier Abweichungen zu verzeichnen die aus
der Norm laufen, heißt das, dass irgendwo Ware und/oder Geld
verloren geht. Der Sales
Mix muss sowohl für Food wie auch für Beverage routinemäßig,
monatlich berechnet werden. Ebenso verfahren Sie mit Aktionen
und Promotionen. Sie können dann sehen was selbige für
Auswirkungen auf die Rendite haben. Der Sales-Mix ist das
wichtigste Instrument des F&B Controllers! Stellen Sie bitte
sicher, dass Sie den Mechanismus wirklich verstehen!
6.4 Stichproben
Unter Stichproben sind Proben gemeint die von fertigen Gerichten
und Getränken gemacht werden. Als F&B Controller müssen Sie
regelmäßig Gerichte normal bestellen und danach das Gewicht und
die Rezepturen überprüfen. Diese Kontrollen sind vor allem in
der Küche nicht sehr beliebt (...) aber absolut notwendig. Es
ist sehr, sehr wichtig, dass Sie als Controller im operativen
Bereich präsent und sichtbar sind, nur dann können Sie für den
Betrieb von größtem Nutzen sein. Der F&B Controller darf sich
nicht im Büro verstecken, sondern er muss an der Front sein und
sehen was Sache ist. Das ist aber auch genau das, was diesen Job
so interessant macht. Nirgendwo ist Theorie und Praxis enger
verflochten als im F&B Controlling.
ERFOLGSTIPPS
1. Der oberste Grundsatz lautet: Keine Ware ohne Bon!
2. Regeln Sie den Ablauf des Personalverbrauches,
welcher auch per Bon erfolgen muss.
3. Führen Sie so schnell als möglich die Daily Food Cost
Kontrolle ein.
4. Vertiefen Sie sich eingehend in das Thema Sales-Mix.
Stellen Sie sicher, dass Sie zu hundert Prozent wissen
um was es geht.
5. Machen Sie regelmäßige Stichproben! |
7. KASSENSYSTEME
7.1 Programmierung
In fast allen Betrieben ist das wichtigste Hilfsmittel – das
Kassensystem - das ungeliebte Stiefkind. Fragen Sie mich bitte
nicht warum! Da die Kasse aber fast alle Daten für den F&B
Controller liefert ist es unumgänglich dass selbige richtig
programmiert ist. Sie können sich vorstellen was alleine
passieren kann, wenn zum Beispiel die Sparten nicht korrekt
programmiert sind.
Denken Sie in dem Fall zum
Beispiel an den Orangensaft. Die Küche kauft die Orangen ein und
oft läuft der Umsatz in die Sparte kalte Getränke. Somit stimmt
Aufwand- und Ertragskonto nicht überein, was zu falschen
Renditen führt. Ich finde es unumgänglich, dass die
Kassenbetreuung dem F&B Controller übergeben wird. Er kann
sicherstellen, dass alles seine perfekte Ordnung hat.
7.2 Veränderung
Wird die Kassenbetreuung dem Controller unterstellt, ist es von
größter Bedeutung, dass nur er Veränderungen (Preise, Artikel
etc.) vornehmen kann. Die Programmierschlüssel oder Codes dürfen
nur in den Händen des F&B Controllers sein. Ebenso ist er für
die korrekte Datensicherung verantwortlich.
7.3 Statistiken
Die Kasse liefert die Statistiken und Rohdaten für die
Geschäftsleitung und das Kader. Der Controller ist dafür
verantwortlich dieses Material in übersichtlicher und geeigneter
Form aufzuarbeiten. Mehr darüber unter dem Kapitel Diverses
(Monatsbericht).
ERFOLGSTIPPS
1. Sorgen Sie dafür, dass sie zum Kassenbetreuer werden.
2. Checken Sie regelmäßig die Spartenzuteilungen. Das
ist eine der Hauptfehlerquellen bei
Renditenabweichungen!
3. Denken Sie daran, dass Sie die Kontrollstreifen
(Tapes, CD, Floppys oä.) sieben Jahre aufbehalten
müssen. Wenn Sie das nicht tun haben Sie mit erheblichen
Strafen zu rechnen!
4. Stellen Sie sicher, dass nur Sie im Besitze der
Programmierschlüssel oder Codes sind.
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8. BUCHHALTUNG
8.1 Lieferschein - Rechnungskontrollen
Eine Arbeit, die der F&B Controller für die Buchhaltung
übernehmen kann ist die Kontrolle der Lieferscheine mit den
Rechnungen. Eventuell kann hier sogar noch die Kontierung
erledigt werden, natürlich immer nur für das F&B. Hier würde
dann auch die Lieferantenkonten zum Zuge kommen wie sie unter
dem Kapitel Warenannahme, Punkt 4, beschrieben wurden. Entstehen
Differenzen zwischen den Lieferantenkonten und der Rechnung
müssen diese sorgfältig abgeklärt werden.
8.2 Umbuchungen
Der F&B Controller erstellt auch die Umbuchungen für den Bereich
Food and Beverage. Dazu gehören folgende Konten:
> Verbuchungen des internen Warenverkehrs (Kapitel Einkauf,
Punkt 6).
> Personalverbrauch, Kaderbezüge etc.
> Speisen und Getränke die offeriert wurden.
> Früchtekörbchen und ähnliches.
> Give a ways (“Betthüpferl” etc.)
> Fooddisplays, Showstücke und ähnliches.
> Presseeinladungen und ähnliches.
> Personalfeste etc.
Der Controller muss natürlich für
diese Umbuchungen die notwendigen Hilfsmittel wie Formulare und
Abläufe schaffen und organisieren.
8.3 Abschluss der Daily Food Cost
Kontrolle
Der F&B Controller ist verantwortlich für den Abschluss der
Daily Food Cost Kontrolle. Wie das geht entnehmen Sie bitte
meinem Buch (Seite 33 und folgende).
ERFOLGSTIPPS
1. Viele Fehler bei Renditenabweichungen entstehen aus
unkorrekten Kontierungen und Umbuchungen. Stellen Sie
sicher, dass Sie hier die nötigen Hilfsmittel der
Aufbau- und Ablauforganisation erstellen.
2. Ein heikles Thema sind immer die Direktionsbezüge für
den Privatgebrauch. Stellen Sie sicher, dass es hier
klare Regelungen gibt und der Grundsatz „Keine Ware ohne
Bon“ strikte eingehalten wird. |
9. DIVERSES
9.1 Angebotsanalyse
Eine wichtige Aufgabe des F&B Controllers sind laufende
Angebotsanalysen. Märkte sind immer dynamisch und in Bewegung.
Hier gilt es permanent am Ball zu bleiben und den F&B Manager
laufend über Veränderungen zu informieren. In größeren Betrieben
empfiehlt es sich diesen Punkt zu standardisieren und in den
Monatsbericht des FBC zu integrieren.
9.2 Fehlersuche
Sind Renditenabweichungen festzustellen muss sofort systematisch
nach den Fehlern gesucht werden. Hier habe ich mit der
Küchencheckliste ein hervorragendes Hilfsmittel geschaffen. Als
Absolvent des Kurseserhalten Sie diese gratis, alle Anderen
können sie über meine Website
www.schaffer-consulting.ch
bestellen.
Sie müssen sich immer klar sein,
dass Renditenabweichungen meistens mehrere Ursachen haben und
nicht auf eine einzige zurückzuführen sind. Darum ist es
wirklich wichtig hier mit System an das Problem zu gehen.
9.3 Preisgestaltung
Die Preisgestaltung ist eine der wichtigsten
Managementaufgaben überhaupt. Hier kann der Controller wichtige
Hilfsfunktionen übernehmen und so dem Management die Aufgabe
erleichtern. Diese sind:
> Permanente Mitbewerberanalysen.
> Laufende Berechnung der Preisspanne.
> Laufende Sales-Mix Berechnungen.
> Durchführen von Markt- und Preistests.
Ich empfehle Ihnen sehr sich mit
dem Thema Geld, Preise und Märkte sehr, sehr intensiv und
eingehend auseinanderzusetzen. Sie müssen ein Gefühl zu diesem
Themenkreis entwickeln. Dies ist doppelt wichtig, wenn Sie
selber einmal in das Top-Management wollen oder gar einen
eigenen Betrieb übernehmen möchten.
9.4 Monatsbericht des
F&B-Controllers
Der F&B Controller erstellt monatlich einen Bericht zu Händen
der Direktion, der Buchhaltung und des F&B Managers. Dieser
Bericht hat immer die gleiche Struktur und gibt Auskunft über:
> Daily Food Cost Kontrolle.
> Sales Mix Berechnungen und Vergleich mit der Buchhaltung/Daily
Food Cost.
> Gewinner, Renner, Schläfer und Verlierer Analyse.
> Aktionsanalysen.
> Nachkalkulationen von Großanlässen.
> Durchgeführte Kontrollen. > Durchgeführte Stichproben.
> Mitbewerberanalysen.
> Inventuren. Verlauf und Probleme.
> Statistiken und aufgearbeitetes Zahlenmaterial.
> Die wichtigsten Kennzahlen nach den verschiedenen
Betriebsteilen.
> Zahlen zum Lagerumschlag.
> Besondere Vorkommnisse.
> Schwerpunkte im nächsten Monat.
Wichtig ist jedoch, dass dieser
Bericht schnell erstellt wird. Das Ziel wäre hier der fünfte des
folgenden Monats!
9.5 Berechnung des
Lagerumschlages
Der Lagerumschlag berechnet sich wie folgt.
1. Berechung des
durchschnittlichen Lagerbestandes:
> Eröffnungsinventar plus Schlussinventar durch zwei
2. Berechnung des
Warenverbrauches:
> Eröffnungsinventar plus Einkäufe minus Schlussinventar
3. Berechnung des
Lagerumschlages:
> Durchschnittlicher Lagerbestand geteilt durch den
Warenverbrauch.
Hier noch einmal die Richtwerte die Sie anstreben sollten:
> Food 3.0 x im Monat 36.0 x im Jahr
> Beverage 0.4 x im Monat 4.8 x im Jahr
Diese Werte sind relativ hoch
aber mit dem entsprechenden Einkauf und Lagerhaltung absolut
machbar.
ERFOLGSTIPPS
1. Setzen Sie sich intensiv mit den Themen Geld, Preise
und Märkte auseinander. Lesen Sie Bücher zu diesen
Themen.
2. Erstellen Sie einen monatlichen F&B Controller
Bericht zu Händen der Direktion, Buchhaltung und des F&B
Managers.
3. Streben Sie einen hohen Lagerumschlag an, das
verhindert unnötige Kapitalbindung. |
Basel, im Januar 2004 Urs
Schaffer
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von SCHAFFER
CONSULTING GMBH |