Zwölf
Grundsätze für Erfolg am gastronomischen Point of Sale
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Maßnahmen an der Großbaustelle Professionalität, Profil und
Profit
1.
Restaurants, Cafés, Kneipen & Co. werden für Millionen Menschen
mehr und mehr zur zweiten Küche und zum zweiten Wohnzimmer.
Fast ausnahmslos gilt heute:
Verbrauchernutzen bzw. -vergnügen 'Made by Gastronomie' ist kein
Produkt-, sondern ein Dienstleistungs-Label. Gute Dienstleister
sind vergnügt statt besorgt, gelassen statt gestresst.
Operativer Stress und Dienstleistungsqualität verhalten sich
reziprok.
2. Der
Gast von heute sucht quasi private Zuwendung, Gastfreundschaft.
Im direkten Kontakt zählen
Persönlichkeit, Ausstrahlung und Empathie - die Fähigkeit,
Bedürfnisse und Wünsche anderer wahrzunehmen. Professionalität
rein sachlich zu verstehen, verfehlt die Verbrauchererwartungen
an Gastronomie.
Sture Fachlichkeit ist überholt und muss 'weggelernt' werden. Die
Mischung der Qualifikationen zählt: Das richtige Power-Mix
orientiert sich an der Formel 51 % emotionale Kraft, 49 %
fachliches Können.
3. Erfolg
am Point of Sale resultiert aus harten und weichen Faktoren.
Eine Mischgröße: einerseits
Standort und Konzeptauftritt, Sortiment und Preise, andererseits
Dienstleistungs-Performance. Umsatzwirksam werden Know how und
Kraft eines Unternehmens allein vor Ort, im Verkaufskontakt mit
dem Gast. Nicht in Daten verwaltenden Büros und nicht in einer
Zentrale.
4.
Gastronomie ist ein Mannschaftsspiel - der Betriebsleiter der
Spielmacher: Motor des operativen Erfolgs.
Er muss eine Vision, ein Konzept
mit Leben erfüllen, die wirtschaftlichen Ziele konkretisieren
und für 'sein' Team erreichbar machen. Der Manager hat
überragende Vorbild-Funktion, im Optimalfall verfügt er
gleichzeitig über hohe soziale und fachliche Autorität, über
Leistungswillen und Verkaufstalent. Seiner Begabung, andere zu
begeistern, zu gewinnen und zu bewegen, gehört Vorrang. Seine
unternehmerische Schlüsselstellung verlangt Erfolgsbeteiligung.
5. Die
Grammatik des Erfolgs kennt zwei Grundregeln:
Man wähle die richtigen
Mitarbeiter und Mitstreiter - und investiere in sie. Training
ist der Schlüsselfaktor für das Leistungsvermögen eines Teams.
Es geht um praktische Fertigkeiten, aber mehr noch darum,
motivierende Identifikation, Bindung an Konzeptphilosophie und
Unternehmenskultur zu schaffen. Zwingend, aber durch Schulung
nicht erlernbar: die Bereitschaft, 'gerne für andere da zu
sein'. Es gehört mit zum Schwierigsten, doch Wichtigsten in der
Gastronomie, in Einstellungsgesprächen diese Grunddisposition
auszuloten.
6. Es ist
der größte Irrtum und die größte Gefahr, für jeden Gast und für
jeden Anlass da sein zu wollen:
Beschränkung bringt Stärke.
Konzeptionelle Spezialisierung und damit gezieltes Positionieren
im Markt werden immer wichtiger. Dabei versteht sich das Angebot
als zentrale definitorische Größe für Betriebstyp und
Verbrauchernutzen, als Kernstück des Profils. Je jünger die
Zielgruppe, desto 'globaler' dürfen Produkte und Programme sein.
An die Stelle von Menü-Logik tritt zunehmend Sortimentslogik -
der Gast will multiple Optionen.
7. Ware
zeigen heißt Ware verkaufen.
Offene Küchen, Frontproduktion und
Buffets machen Essen und Trinken, seine Ehrlichkeit und Frische
anschaulich, erlebbar. Gute Warendramaturgie stiftet Vertrauen
und stimuliert Verkäufe. Sie signalisiert zugleich Qualität -
eine subjektive, aber primäre Größe - und Wert.
8.
Speisekarten können und müssen mehr sein als die Auflistung von
Angebot und Preisen.
Als Marketing-Instrument steuern
sie den Absatzmix, gleichzeitig die Produktivität der Küche.
Sprache und Optik der Speise- und Getränkekarte kommunizieren
das Selbstverständnis des Anbieters. Nur wer die Schlüsselworte,
die semantischen Codes seiner Klientel kennt, kann Namen, Texte
und Illustrationen gezielt verkaufsfördernd einsetzen.
9.
Sortiment, Verkaufssystem und technische Ausstattung sind ein
Hardware-Trio.
Sie müssen reibungsfrei in
einander greifen. Tendenziell gilt, dass sich die Gasträume
vergrößern, während die Produktionsflächen bei verkürzten
Küchenprozessen schrumpfen. Das klassische Bedienungsrestaurant
ist für immer mehr Außer-Haus-Mahlzeiten keine adäquate
Vertriebslösung. Je knapper das Zeitbudget des Verbrauchers, je
spontaner seine Nachfrage, desto höher die Präferenz für
schnelle und flexible Verkaufssysteme.
10. Das
Preis-/Nutzen-Verhältnis und nicht das billigste Angebot ist
Messlatte für den Verbraucher.
Er urteilt situativ, seine
Entscheidungskriterien sind komplex. Je weniger vergleichbar die
Produkte, je höher die Aufladung der Leistung mit individuellem
Mehrwert, desto größer der Spielraum für die Preispolitik.
Nichts ist unter harten Wettbewerbsbedingungen spannender als
der Preis. Doch der Preis ist eben nicht das einzig Spannende.
11.
Langfristige Behauptung am Markt erfordert einerseits hohe
Kontinuität in Funktion, Angebot und Auftritt, andererseits
Innovation - der Balanceakt überhaupt.
Gute Unternehmen,
zukunftstaugliche Marken erfüllen beides: unter permanentem
Umfeldwandel derselbe zu bleiben und sich immer wieder neu zu
zeigen. Nur so wird Kompetenz als Vermögenswert aktiviert. Denn
Fortschritt, Wachstum kommt aus Neuem - ein evolutionärer
Prozess.
12.
Unternehmerzufriedenheit ohne Gästezufriedenheit gibt es nicht.
Es gilt, tagtäglich, Mal für Mal
die Erwartungen seiner Gäste voll zu erfüllen, besser noch zu
übertreffen. So ist Profit keine Ziel-, sondern eine
Ergebnisgröße; der 'Applaus' fürs geglückte Zusammenspiel von
Gastgebern und Kaufleuten. Profit resultiert aus
Professionalität und Profil, aus strategischem und operativem
Können.
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